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123. Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Soziales

Dokumententyp
Graue Literatur / Bericht / Report
Herausgeber
Deutscher Bundestag - Ausschuss für Arbeit und Soziales
Reihe
Ausschussdrucksache
Datum
15.02.2013
Schlagwörter
Maßnahmen; Ländervergleich; Handlungsempfehlung
Kategorien
3.02 Von Dritten, Deutschland

Kurzbeschreibung

Der gesamtwirtschaftliche Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern wird im Gesetzentwurf der SPD sowie dem Antrag von Bündnis 90/ Die Grünen zu Unrecht pauschal mit Diskriminierung im Betrieb gleichgesetzt. Dabei ist hinlänglich belegt

dass der gesamtwirtschaftliche Entgeltunterschied im Wesentlichen durch sachliche Gründe, wie unterschiedliche ausgeübte Berufe oder unterschiedliche Berufserfahrung, erklärt werden kann. Die Vorschläge von SPD und Bündnis 90/ Die Grünen würden durch Vorgaben für verpflichtende betriebliche Entgeltberichte und Entgeltanalysen im erheblichen Umfang neue bürokratische Belastungen für die Betriebe schaffen und damit Beschäftigung erschweren. Ebenso wie die übrigen vorgeschlagenen, falschen Instrumente – Veröffentlichung von Unternehmenslisten, Eingriffe in die Tarifautonomie, Mindestlöhne und Sanktionen – gehen diese Maßnahmen an den Ursachen der gesamtwirtschaftlichen Entgeltunterschiede vorbei und würden daher auch keine positive Wirkung entfalten. Notwendig wäre dagegen, an den tatsächlichen Ursachen der gesamtwirtschaftlichen Lohnunterschiede anzusetzen. Das verlangt vor allem

§ den Ausbau einer qualitativen und bedarfsdeckenden Kinderbetreuung und Ganztagsschulangebote zügig voranzubringen, um lange Auszeiten von Frauen mit Familienpflichten zu verringern und ihnen eine möglichst vollzeitnahe Beschäftigung zu ermöglichen,

§ auf die Erweiterung des Berufswahl-spektrums von Frauen hinzuwirken, damit Frauen sich neue Berufs-, Aufstiegs- und Einkommenschancen erschließen,

§ mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und einer familienbewussten Unternehmenskultur eine erhöhte Erwerbsintegration und bessere Karrierechancen von Frauen zu befördern

§ Fehlanreize in der Familienpolitik zur Förderung der Alleinverdienerehe und zum Rückzug aus der Erwerbstätigkeit abzuschaffen und

§ auf eine partnerschaftliche Aufgabenverteilung in den Familien hinwirken.